Der Dominanzindex
Der Dominanzindex beantwortet eine andere Frage als der Leistungsindex: Ist dieser Spieler seinem Umfeld entwachsen? Er bewertet den Output, ohne das Niveau von Liga oder Mannschaft zu berücksichtigen. Ein Spieler, der eine bescheidene Liga dominiert, erhält damit einen hohen Wert, während der Leistungsindex ihn auf das tatsächliche Niveau des Wettbewerbs zurückholt.
Warum zwei Bewertungen statt einer
Beide Indizes werden gemeinsam gelesen und sagen Gegensätzliches aus, und genau darin liegt ihr Nutzen. Die Leistung ordnet einen Spieler auf der Weltskala ein. Die Dominanz sagt, ob er das Maximum aus dem herausgeholt hat, was sein Umfeld zuließ.
Ein Spieler mit sehr hoher Dominanz und durchschnittlicher Leistung ist das klassische Profil dessen, der seine Liga hinter sich gelassen hat. Dort liegen oft die besten Gelegenheiten am Markt: Ein Verein, der eine Stufe tiefer einkauft, zahlt weniger als für einen Spieler, der auf dem Zielniveau bereits etabliert ist.
Wozu er im Scouting dient
Er speist die Suche in Spielklassen, die Scoutingabteilungen aus Zeit- oder Netzwerkmangel schlecht abdecken. Ein Sportdirektor, der einen Spieler für den nächsten Schritt sucht, beginnt naheliegenderweise bei den höchsten Dominanzwerten unterer Ligen und prüft anschließend mit dem Leistungsindex, ob das absolute Niveau glaubwürdig bleibt.
Er hilft auch, einen misslungenen Transfer im Nachhinein zu verstehen. Ein Spieler, der beim alten Verein dominierte und sich beim neuen schwertut, hat sich nicht zwingend verschlechtert: Möglicherweise wurde er allein auf seine Dominanz hin verpflichtet, ohne dass jemand den Niveauunterschied zwischen beiden Wettbewerben gewichtet hat.
Was die Dominanz nicht aussagt
Hohe Dominanz in einer schwachen Spielklasse sagt nichts über das tatsächliche Niveau des Spielers. Für sich genommen ist sie irreführend, und das ist der häufigste Lesefehler: Sie misst einen Abstand zum Umfeld, keinen absoluten Wert.
Sie sagt auch nichts über die Anpassungsfähigkeit an ein höheres Niveau voraus, die von Dingen abhängt, die keine Statistik erfasst: Tempo, körperliche Anforderungen, Lebensumfeld, Eingewöhnungszeit.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Dominanzindex und Leistungsindex?
Der Leistungsindex berücksichtigt Liga- und Teamniveau und ist dadurch weltweit vergleichbar. Der Dominanzindex tut das nicht: Er misst den Abstand zwischen einem Spieler und seinem unmittelbaren Umfeld. Beide gehören zusammen gelesen.
Wie erkennt man einen Spieler, der bereit für die nächste Stufe ist?
Das nützlichste Signal ist sehr hohe Dominanz in Verbindung mit einem für diese Spielklasse ordentlichen Leistungswert, bei einem noch jungen Spieler. Eine Garantie ist das nie, aber ein guter Ausgangspunkt für eine Shortlist.
