Spielrollen und beste Rolle
Eine Position sagt, wo ein Spieler auf dem Platz steht, eine Rolle sagt, was er dort tun soll. Zwei zentrale Mittelfeldspieler können völlig verschiedene Aufgaben haben: Der eine unterbindet Passwege und sichert ab, der andere trägt den Ball nach vorn und geht ins Risiko. Data'Scout bewertet jeden Spieler anhand einer Reihe präziser Rollen statt einer allgemeinen Position, denn einen Sechser nach den Maßstäben eines Spielmachers zu beurteilen ergibt eine Note, die präzise und nutzlos zugleich ist.
Ein Spieler, mehrere Rollen, eine Note je Rolle
Jeder Spieler erhält eine Bewertung für jede Rolle, die zu dem passt, was er tatsächlich auf dem Platz tut. Die beste Rolle ist jene mit der höchsten Bewertung: die Aufgabe, in der seine Qualitäten am besten zur Geltung kommen, so wie die Daten sie zeigen.
Diese Lesart sorgt regelmäßig für Überraschungen. Ein als Flügelspieler geführter Profi kann als zweite Spitze deutlich besser abschneiden, und ein offensiver Außenverteidiger kann sich in einer tieferen Rolle als stabiler erweisen. Die Rolle ergibt sich aus dem beobachteten Einsatz, nicht aus dem Spielbericht oder dem Ruf.
Wozu das konkret dient
Eine Scoutingabteilung sucht so gut wie nie "einen Mittelfeldspieler". Sie sucht jemanden, der eine präzise Aufgabe in einem präzisen System ausfüllen kann, oft als Ersatz für einen Abgang oder zur Behebung einer erkannten Schwäche. Das Denken in Rollen macht aus einer vagen Suche ein brauchbares Anforderungsprofil.
Es macht außerdem falsch eingesetzte Spieler sichtbar. Ein Verein, der jemanden entdeckt, der in einer Rolle herausragt, die er bei seinem aktuellen Team nicht ausfüllt, hat eine Spur, die der Markt noch nicht eingepreist hat.
Die Grenzen des Denkens in Rollen
Die Bewertung geht von dem aus, was der Spieler getan hat, nicht von dem, was er könnte. Wer eine ganze Saison in einer Aufgabe eingesetzt wird, die ihm nicht liegt, wird an dieser Aufgabe gemessen, und sein Potenzial in einer anderen Rolle bleibt eine Annahme, die im Video zu prüfen ist.
Rollen beschreiben Aufgaben, keine vollständigen Spielsysteme. Dieselbe Bezeichnung deckt je nach Trainer, Höhe der Defensivlinie und Ballbesitzstil des Vereins unterschiedliche Anforderungen ab.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen einer Position und einer Spielrolle?
Die Position beschreibt einen Bereich auf dem Platz, die Rolle beschreibt die dort erwartete Aufgabe. Zwei Spieler auf derselben Position können sehr unterschiedliche Rollen haben, und die Rolle bestimmt, welche Qualitäten bewertet werden.
Wie wird die beste Rolle eines Spielers bestimmt?
Es ist die Rolle mit der höchsten Bewertung unter jenen, die zu seinem tatsächlichen Einsatz auf dem Platz passen. Sie deckt sich nicht immer mit der Position, auf der ihn sein Verein aufstellt, und genau diese Differenz ist oft die interessanteste Information.
